Das Saturn Neptun Quadrat geht zu Ende – wie geht es weiter

Seit rund einem Jahr ist in der Astrologie immer wieder vom sogenannten Quadrat des Saturn zu Neptun die Rede. Gemeint ist damit, dass diese beiden großen Planeten unseres Sonnensystems von der Erde aus gesehen in einem bestimmten Winkel zu einander stehen.

Der Planet Saturn steht in der modernen Astrologie für Autorität, Reifung und Stabilität. Meist wird er als unbequem erlebt und man könnte ihn mit einem strengen Lehrer vergleichen, der einige seiner Schüler besonders hart fordert. Schaut man hinter die Kulissen, meint es dies gut und wird nur dann aktiv, wenn es entweder unerlässlich ist, oder aber der Schüler besonders begabt ist und daher diese Forderung benötigt.

Diese starke Figur schaut nun am Himmel auf den Planeten Neptun. Der Herr des Meeres herrscht über das Element Wasser und dadurch wird der Blick getrübt und abgelenkt, oft verzerrt. Obwohl er in der Astrologie auch für das Liebesideal und die altruistische Liebe steht, ist er im Alltag heute doch eher derjenige, der für Täuschungen und Illusionen sorgt.

Der Quadrataspekt drückt eine Hemmung aus und so kämpft der Meister der Täuschung Neptun nun seit einiger Zeit mit dem strengen Saturn. Saturn versucht Stabilität herzustellen, Neptun versucht diese zu untergraben. Saturn steht im Zeichen des Schützen, in dem es um Philosophie und Weltanschauungen geht, was man so deuten kann, dass ein Teil der Welt um seine Werte ringt und nach berechenbaren Größen sucht – manchmal auch über den Weg der Konfessionen. Bei uns in Deutschland aber auch andernorts in Europa ist ein neuer Nationalismus entstanden, der zunächst einmal nicht grundsätzlich als rechtsextremistisch einzuordnen ist. Andere Ländern tun sich leichter damit, ihre nationalen Eigenheiten zu pflegen. In Deutschland ist dies nach wie vor durch das kollektive Trauma des Nationalsozialismus negativ besetzt. Solange man in sich in Deutschland damit identifiziert, offen, ehrlich und vertrauensvoll ohne Lügen und Betrug miteinander umzugehen und wenn wir uns unser Einkommen so einteilen, dass es bis zum Ende des Monats reicht und wir nicht regelmäßig andere um finanzielle Hilfe bitten müssen, dann ist dagegen sicher nichts einzuwenden. Die kollektive Empörung darüber, dass diese unsere Hilfsbereitschaft und Gutmütigkeit ausgenutzt wird, sollte also verständlich und nachvollziehbar sein. Erst wenn es um Gewalt gegen Randgruppen geht, können wir von extremen Positionen sprechen, die von der Masse jedoch nicht getragen werden. Es geht nicht um Gewalt, sondern um Stabilität und Werte, eben um Saturn im Schützen.

Der Planet Neptun steht im Zeichen der Fische, wo wir auf der persönlichen Ebene Grenzerfahrungen und meditative Einsichten erleben können. Nicht zuletzt hat das Fischezeichen auch mit dem universell-göttlichen zu tun und Neptun ist sehr affin mit diesen Themen. Im täglichen Erleben finden wir derzeit wieder sehr viel häufiger religiöse Eiferer aller Konfessionen. Das Fischezeichen unterscheidet jedoch nicht zwischen den Konfessionen sondern meint Gott in universellem Verständnis. Neptun ist seit 2011 dabei, das alle Menschen Verbindende zu verschleiern und zu verzerren, so dass es hier zu extremen Auswirkungen kommt, die wir aufbereitet und gefiltert ständig aus den Medien erfahren. Bei Neptun geht es weltlich betrachtet um die Täuschung, schlimmstenfalls um Lüge und Betrug, genau das Gegenteil dessen, was Saturn anstrebt und so kämpfen auch in den verschiedenen Medien ständig Lüge und Wahrheit miteinander. Dies hat inzwischen Ausmaße erreicht, wo praktisch niemand mehr zwischen Tatsachen und Illusion unterscheiden kann und teilweise geben bis zu 90 Prozent der deutschen Bevölkerung an, den Medien nicht mehr zu vertrauen.

Es geht ein tiefer Riss durch die Gesellschaft. Die einen halten an Ihrer Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft fest (der altruistische Neptun), andere wollen Sicherheit und Stabilität wieder herstellen (Saturn). Die Optimisten hoffen nun in diesen Herbsttagen auf eine Entspannung der Situation, denn das Saturn-Neptun-Quadrat endet zum Monatswechsel von Oktober zu November.

Astrologische Konstellationen sind jedoch dynamische Gebilde, bei denen ein Sachverhalt in den anderen übergeht und eines das andere bedingt. Seit dem Frühjahr 2016 kam zu dem beschriebenen Saturn-Neptun-Quadrat noch die Mondknotenachse hinzu. Diese besteht aus dem absteigenden Mondknoten, der sozusagen den Vergangenheitspol bildet und dem aufsteigenden Mondknoten, der in die Zukunft im Sinne von Entwicklung und Erkenntnis zielt.

Der aufsteigende Mondknoten steht in der Jungfrau und ermuntert zu einen rationaleren Umgang mit den emotional viel zu aufgeheizten Verhältnissen. Er empfängt jedoch gleichzeitig eine angespannte Opposition von Neptun und bekommt ebenfalls dessen Täuschungspotenzial zu spüren.

Der Vergangenheitspol, der absteigende Mondknoten, steht in Konjunktion mit Neptun. Diese Konstellation lässt sich so verstehen, dass wir kollektiv Ereignisse oder Verhältnisse aus der Vergangenheit verschleiern, schön reden, verdrängen oder umdeuten. Es wird merkwürdigerweise kaum darüber gesprochen, wer die großen Waffenexporteure der Welt sind und dass diese oft über Umwege beide Seiten in Kriegsgebieten mit todbringendem Gerät versorgen. An den Börsen wird mit undurchsichtigen Phantasie-Finanzprodukten gehandelt und die Welt damit ins Chaos gestürzt und spätestens mit dem Aufkommen der Finanzwetten auf Lebensmittelpreise kamen hunderte von Millionen an Menschen in allergrößte Not.

Die verdrängten (Neptun) Versäumnisse und Taten der Vergangenheit (absteigender Mondknoten) sorgen für immer mehr Chaos, Krieg und Völkerwanderungen, dessen gewalttätige Folgen längst auch in Europa und Deutschland angekommen sind. Den absteigenden Mondknoten in Konjunktion mit Neptun kann man durchaus als „bad bank“ des Volksgewissens bezeichnen. Ungute Taten und Verhältnisse zu verdrängen und auszublenden sind eine leider viel zu treffliche Analogie zur Auslagerung der faulen Kredite der Finanzkrise vor wenigen Jahren in bad banks. Die Rechnung dafür kommt dennoch, nur etwas später und sie wird nicht mehr von den Verursachern bezahlt, sondern von mehr oder weniger Unbeteiligten.

Das Quadrat von Saturn und Neptun läuft nun aus, aber die Neptun-Mondknoten-Thematik begleitet uns noch weiter bis mindestens zum Jahresende. Wollen wir dem aufsteigenden Mondknoten in der Jungfrau nicht endlich eine Chance geben und rational und lösungsorientiert ohne aufgeheizte Emotionen an die Probleme unserer Zeit herangehen?